Idee

Der Krieg in Syrien dauert schon seit 2011 an. Laut Schätzungen der UNO wurden hunderttausende Menschen getötet, Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen. Viele dieser Menschen – darunter mehr als die Hälfte Kinder – leben unter katastrophalen Bedingungen und ohne jegliche Perspektive.

Der Verein «Musig mit Herz», gegründet 2017 von Dominique Huber und Hannes Diggelmann in Zürich, will mit Musik Geld für die humanitäre Hilfe sammeln.

Für das erste CD-Projekt «Untere Bachtobelstrasse 17» mit Songs von Diggelmann/Huber übernehmen bekannte Schweizerinnen und Schweizer die Gesangsrollen. Sänger, Songwriter sowie alle weiteren Musiker, Mitarbeiter und Helfer arbeiten ehrenamtlich für das Projekt.

Unterstützte Hilfswerke

Syrian Refugee Crisis (SRC)

Über die Hälfte der Flüchtlinge des Syrienkrieges sind Kinder – viele sind vom Krieg traumatisiert. Das haben auch die Brüder Omar und Jasser hautnah erfahren, als sie als Übersetzer bei medizinischen Hilfseinsätzen in Jordanien unterwegs waren.

«Es reicht nicht, Flüchtlingskinder medizinisch zu versorgen und in die Schule zu schicken. Viele leiden unter einem posttraumatischen Stresssyndrom (PTSD)», erklärt Jasser, «Die psychische Gesundheit der Kinder ist ebenso wichtig.»

Jasser und sein Bruder Omar leben in Zürich, doch der Krieg in Syrien, dem Heimatland ihrer Eltern, beschäftigte sie zu sehr, um untätig zu bleiben. Sie beschlossen, mit ihrem Verein «Syrian Refugee Crisis» ein Traumazentrum zu finanzieren.

Mittlerweile werden im «Happiness Again» Traumazentrum in Amman pro Jahr rund 160 Kinder betreut und die Kapazitäten sollen weiter ausgebaut werden. Vor oder nach der Schule, können die Kinder verschiedene Therapien besuchen. Musik, Basteln, Sitzkreise, Turnen, Geschichten erzählen und Sandtherapien zählen zum Angebot des Zentrums.

«Solche Therapieangebote geben den Kindern eine Möglichkeit für die Zukunft und tragen dazu bei eine ‘verlorene Generation’ zu vermeiden» sagt Jasser, Syrian Refugee Crisis.

Und das Zentrum bietet im Kontrast zum oft tristen Alltag der Flüchtlingsfamilien Raum für Fröhlichkeit und Unbeschwertheit. «Im Zentrum sind die Kinder wie verwandelt, sie blühen richtig auf.», so Jasser, nachdem die beiden Brüder sie auch «zu Hause» besucht hatten.

Für den Erhalt des Zentrums wird fortlaufend Geld benötigt. Dafür organisieren Jasser und Omar Spendenanlässe in der Schweiz; 100 Prozent der Spenden gehen an das Zentrum. Die Arbeit des unterdessen 8-köpfigen Vereins ist komplett ehrenamtlich.

Den Leuten vor Ort in Jordanien würden sie jeweils Fotos der Anlässe zeigen und davon berichten, erzählt Jasser. Viele seien sehr gerührt. «Sie sagen oft: Die Leute haben uns nicht vergessen.»

«Genau das ist es, was wir wollen. Wir wollen eine humanitäre Brücke schlagen und den Leuten zeigen: Wir haben euch nicht vergessen.», so die Brüder.

Weitere Informationen

Besuch von Omar und Jasser im Happiness Again Traumazentrum (zVg von Syrian Refugee Crisis)
Happiness Again Traumezentrum in Jordanien (zVg von Syrian Refugee Crisis)

Borderfree Association

Die Mehrheit der syrischen Flüchtlinge wird in den Nachbarländern wie dem Libanon, Jordanien oder der Türkei aufgenommen. Viele machen sich aber auch auf den Weg nach Europa.

Offiziell wurde die sogenannte Balkanroute im Frühjahr 2016 geschlossen. Doch viele Menschen sind auf der Flucht aus Syrien auf dieser Route gestrandet. Sie leben in Flüchtlingslagern und sind weiterhin auf Hilfe angewiesen.

Sauberes Trinkwasser, Krankentransporte, ein Loch im Zahn flicken, Fussball für Frauen und Männer oder Englischunterricht. Die Bedürfnisse der Flüchtenden sind sehr unterschiedlich.

Die Freiwilligen der «Borderfree Association» hören deshalb genau hin und handeln schnell.

«Wir sind mit unseren Freiwilligen direkt vor Ort in den Flüchtlingslagern und können den Menschen so schnell und flexibel helfen», sagt Kira von der Borderfree Association.

Die «Borderfree Association» leistet direkte Hilfe für Flüchtlinge auf der Balkanroute in Lagern in Serbien und Griechenland. Die Organisation wurde im Jahr 2015 in Zürich gegründet und ist als gemeinnütziger Verein in der Schweiz und in Serbien anerkannt.

«Die individuellen Bedürfnisse der Flüchtenden stehen für uns an erster Stelle. », sagt Kira von der Borderfree Association.

Je nach Jahreszeit oder Neuankömmlingen in den Flüchtlingslagern werden sauberes Trinkwasser, Babywindeln oder warme Decken gebraucht.

Zum Programm gehören neben medizinischer Hilfe, Krankentransporten und Zahnbehandlungen auch viele sozio-kulturelle Aktivitäten und Schulunterricht. «Das Fussballtraining ist für alle immer ein Highlight. », so Kira, und auch Sprachkurse seien gerade bei Jugendlichen sehr beliebt.

Die Projekte werden in direkter Absprache mit den betroffenen Menschen vor Ort entwickelt und umgesetzt und legen den Fokus auf das Selbstbestimmungsrecht und die Würde der Flüchtenden.

Weitere Informationen

Schule (zVg von Borderfree Association)
Frauenfussballtraining (zVg von Borderfree Association)

NOIVA Health

Viele Flüchtlinge haben im Syrienkrieg nicht nur alles verloren, sondern sind vom Erlebten auch verletzt, krank oder traumatisiert.

In dieser Situation benötigen sie professionelle Hilfe. «NOIVA Health» bietet in Jordanien medizinische Behandlungen für Geflüchtete an.

Jordanien hat über eine Million Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. «Alles ist überlastet, das gesamte System, auch die medizinischen Einrichtungen.» Das berichet der Initiator von NOIVA Health, Andi Herzog aus der jordanischen Stadt Mafraq. «Medizinisches Personal wird dringend benötigt.», so Herzog.

Deshalb organisiert er Freiwilligeneinsätze für medizinisches Personal aus der Schweiz, welches Behandlungen und Operationen vor Ort in Jordanien durchführt.

Bei seinem letzten Besuch in Jordanien hat Andi mit lokalen Ärzten gesprochen. «Die Ärzte haben mir erzählt, dass es viele Geflüchtete unter Zahnproblemen leiden. Gleichzeitig gebe es aber praktisch keine Möglichkeiten für Zahnbehandlungen. » Andi zögerte nicht lange und ist nun dabei, eine mobile Zahnklinik aufzubauen. Bis Juli 2018 soll sie ihren Betrieb aufnehmen.

Die medizinische Hilfe von NOIVA Health geht einher mit weiterreichendem Engagement.

«Wir möchten Orte schaffen, an denen Leute ganzheitlich genesen können. Denn gesund sein bedeutet, eine Perspektive zu haben. » Andi Herzog, NOIVA Health.

Psychologische Unterstützung für Geflüchtete sowie Prävention und Ausbildung im Gesundheitsbereich gehören ebenso zu den Aktivitäten von Noiva Health. Für die verschiedenen Projekte arbeiten Ärzte und weiteres Gesundheitspersonal aus der Schweiz mit lokalen medizinischen Einrichtungen zusammen.

Aus der Schweiz sind unter anderem Dr. Volker Wedler von Interplast Switzerland und ÄrztInnen vom Verein Cheira mit dabei. Sie sind in der humanitären Chirurgie in Krisengebieten tätig. Vor Ort arbeiten sie unter anderem mit der Jordanischen Roten Halbmondgesellschaft (anerkannt vom IKRK) zusammen.

NOIVA Health ist als Initiative Teil der Stiftung «NOIVA» aus Winterthur, gegründet 2010.

Weitere Informationen

Container bereit zum Umbau in eine mobile Zahnklinik (zVg von NOIVA Health)
Erste Messungen und Tests für den Ausbau der mobilen Zahnklinik (zVg von NOIVA Health)